Portosín

Wie geplant, ist unser Gast Linus, vor 3 Tagen aus A Coruña zu seinem nächsten Törn auf Elba bei Imagon-Segeln abgereist.
Am selben Abend haben wir uns mit dem uns bereits bekannten Segler Andreas von der Whippersnapper zusammen gesetzt und unsere jeweilige Planung besprochen, Grib Files angeschaut und unsere Wetterapps geprüft. Da wir den gleichen Hafen anlaufen wollten, haben wir beschlossen gemeinsam zu segeln. Dementsprechend haben wir einen Funkkanal und die Abfahrt vereinbart.
Schnell stand fest, dass es gleich tags darauf los gehen soll. Früh – sehr früh. Wir haben unsere Abfahrt auf 4h morgens geplant und haben es diesmal sogar geschafft diesen Plan einzuhalten.
Kurz vor 4h sind wir mit unserer Faith ausgelaufen, kurz darauf folgte die Whippersnapper mit Andreas, Dagmar und Michael. Aufgrund der vorabendlichen Routenplanung haben wir relativ identische Routen Richtung Portosin abgesteckt. Gut 85nm lagen vor uns.
Beim Auslaufen war das Wetter noch sehr neblig mit 5-6kn Wind, bei unserer Tuchstärke nicht segelbar. Also musste die ersten Stunden der Dieselwind helfen. Wir haben das Groß als Stützsegel gesetzt und sind motort. Aufgrund der seitlichen Welle war das Geschaukel mal wieder ganz ordentlich.
Gegen 12h erreichten wir Cabo Villano und konnten Kurs Süd anlegen.
Der Nebel hatte sich inzwischen gelegt und erfreulicherweise kam auch recht zügig Wind auf. Ehe wir uns versehen haben, hatten wir Windstärke 5-6 aus Nord mit ca. 2-3 m hohen achterlichen Wellen.
Dank dieser guten Bedinungen konnten wir im Schmetterling mit 6,5kn im Schnitt segeln.
Der Wind hielt sich bis nach Cabo Finisterre, dann schlief er leider wieder ein. Da wir nicht in der Nacht in Portosin ankommen wollten haben wir zähneknirschend wieder den Dieselwiesel angeworfen und sind den Rest der Strecke bei strahlendem Sonnenschein motort.
Das ermöglichte uns wenigstens die Whippersnapper wieder einzuholen. Dank seines deutlich leichteren Schiffs und seiner Carbonsegel war sie uns gut davongefahren. Einholen konnten wir sie schlussendlich nur deshalb, weil wir gecheated haben. Während die Whippersnapper sich an denn geplanten Kurs gehalten hat, haben wir, aufgrund nicht vorhandener Welle und steigender Tide, umgeplant und haben zwischen der Küste und einer Untiefe abgekürzt.
Gegen 19h sind wir in den Hafen von Portosin eingelaufen. Wir haben kurzerhand am Waiting Pontoon festgemacht und Ursula ist von Bord, um uns anzumelden. Ich habe solange auf das Eintreffen der Whippernapper gewartet. Diese kam ca. 10 min. später gut gelaunt an.
Ihnen war es möglich an diesem Tag deutlich mehr Strecke unter Segeln zu machen als uns.
Nach einer kurzen Diskussion der Marineros waren sie sich einig, wo sie uns haben wollten und haben uns unserer Boxen zugewiesen.
Wir haben eingeparkt und sind direkt von Bord um das kleine Örtchen zu erkunden und etwas zu Essen.
Der Tag darauf war wenig spektakulär. Wir waren Einkaufen und haben ein wenig am Strand gebadet und uns gesonnt. Eigentlich wollten wir an diesem Abend früh ins Bett, da wir für den Tag darauf ein wenig Kulturprogramm vorgesehen hatten, wir wollten uns Santiago de Compostela ansehen. Aber erstens kommt es anders und zweitens wurde es spät. Gegen kurz vor Mitternacht, wir lagen gerade im Bett und haben uns einen Film angesehen, da gab es draussen unmittelbar in unserer Nähe, einen Knall. Unglaublich Laut und sehr dumpf. Während wir uns fragend angeschaut haben gab es einen zweiten Knall. Das war genug, wir sind an Deck gestürzt, um nachzusehen was da los ist. Als wir draussen waren gab es einen dritten Knall. Was war passiert?! Ganz einfach, ganz simpel aber nicht weniger spektakulär. Der an der Marina ansässige Yachtclub feierte sein Jubiläum – mit einem Feuerwerk. Die 3 Schüsse waren dazu gedacht, die Anwesenden auf das folgende Feuerwerk hinzuweisen und nach draussen zu locken. Uns hatte leider keiner informiert. Umso netter die Überraschung wenn man an Deck springt, weil man denkt ‚Wunder was?‘ und dann von einem Feuerwerk überrascht wird.
Für dieses Ereignis hätte es auch keinen besseren Platz geben können als das Cockpit unserer Faith. Das Feuerwerk fand quasi direkt über uns statt, ein wirklich einmaliger Anblick. Ok wir müssen jetzt das komplette Deck von den Schwarzpulverresten und dem sonstigen Splatter des Feuerwerks befreien, aber das war es sicher wert.

Heute sind wir früh aufgestanden und sind mit dem Bus nach Santiago de Compostela gefahren. Diese Stadt hat uns wahrlich überrascht. Das Alte und das Neue vereinen sich hier in wirklich harmonischer Weise.
Die Innenstadt und somit auch die Altstadt, also alles um die Kathedrale herum, ist sehr schön. Alte aber gepflege Gebäude, Jahrhunderte altes Pflaster auf den Wegen, urige Gassen und verwinkelte Häuser.
Wir haben uns bis nachmittags in Santiago aufgehalten und dann den Rückweg angetreten. Auf der Busfahrt zurück haben wir dann kurzerhand beschlossen, in den kommenden Tagen ebenfalls einige Stationen des portugisieschen Camino zu laufen. Wir werden unser Baby der Obhut der Marineros anvertrauen und ca. 5-7 Tage mit dem Rucksack unterwegs sein.
Wir freuen uns auf diesen Weg. Wir planen am Tag ca. 25-30 km zu laufen. Nach inzwischen einigen Wochen auf unserer Faith mit, sagen wir mal „begrenztem Auslauf“ wird das sicherlich eine interessante Herausforderung.

Anbei noch einige Bilder:
SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Kategorien:Portugal

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.