Probeschlag unter Segel

Gerade nachdem ich gestern froh und endlos müde den Beitrag hochgeladen hatte, hat Alex unser gebasteltes Bimini ausgepackt. Siehe da, es passt nicht. Der Baum hört nicht da auf, wo wir es dachten, sondern eben zehn Zentimeter weiter hinten. Und das ist doof. Also zumindest für unser Bimini. Als ich aufstand, um es mir besser ansehen zu können, machte ich einen Schritt, aber die Bank von der ich dachte, sie wäre da, war eben nicht da wo ich dachte. Mein Schritt ging ins Leere und die Schwerkraft schlug zu.
So bin ich mit meinem linken Fuß in den Spalt zwischen Bodenbrett und Backskiste gelandet, bin irgendwo gegen gefallen und habe nun einen ziemlich fetten Bluterguss am Fuß, der ganz schön drückt. Aber das Glück war mal wieder mit den Dummen und ich bin nicht umgeknickt und abgesehen von dem lästigen Druck am Fuß ist alles gut. Bänderriss, Verstauchung oder was es alles hätte geben können, lassen grüßen.

Damit hatte ich ehrlich gesagt die Stimmung etwas ruiniert und wir sind bald alle ziemlich fertig ins Bett gefallen. Heute morgen um halb sieben war es leicht bewölkt, aber die Sonne war noch zu sehen. Nach dem wichtigen klar-Schiff machen haben wir abgelegt zu unserem ersten Probeschlag unter Segel. Da ich mich gestern selbst außer Gefecht geschossen habe, durfte ich an die Pinne. Erst das Groß, dann die Genua. Ging alles einwandfrei. Wir sind verschiedene Kurse gefahren und haben uns dabei auch gut auf die Seite gelegt. Alex ging runter, um alles zu kontrollieren. Erst recht ruhig, dann sprang er aus dem Bad wieder raus, schnappte sich Eimer und Schwamm und fluchte. Das Seeventil des Waschbeckens hatten wir in gutem Gottvertrauen offen gelassen. Schwerer Fehler. Da das Waschbecken unter der Wasserlinie ist, lief das Waschbecken voll und dank der Seitenlage überflutete das Wasser auch die Ablage. Bevor Alex aber alles aufwischen konnte, mussten wir eine Wende fahren, sonst wären wir in zu seichtes Gewässer gekommen. Nun schwappte das Wasser auf die andere Seite, da war aber keine Wand und somit auf den Boden… *hmpfr* Schöner Mist.

Aber gut, wir haben reffen geübt, festgestellt, dass wir unser Kutterstag vorne abbauen müssen, da die Genua bei jeder Wende daran hängen bleibt und geankert haben wir auch gleich einmal. Anker hielt einwandfrei, aber die Kette staut sich leider immer noch nicht so, wie wir es gerne hätten. Heute sind also noch viele to-do Punkte auf unserer Liste hinzugekommen. Aber im großen und ganzen sind wir zufrieden. Die Segel Eigenschaften sind super. Sie fährt wie auf Schienen durchs Wasser und wir können sogar ähnlich hoch an den Wind wie eine Bavaria, die vor uns kreuzte. Steuern lässt sie sich ganz hervorragend auch bei Lage und Am Wind Kursen. Nachdem es angefangen hatte zu regnen, hat uns ehrlich gesagt die Motivation schnell verlassen und wir sind wieder in den Hafen eingelaufen. Hier mussten wir uns von Fritz und Bow leider wieder verabschieden, die heute noch den Heimweg angetreten haben. Wir sind immernoch erschöpft, aber doch glücklich. Es gibt noch einiges zu tun, aber keine Aufgabe scheint unmöglich. Morgen werden wir uns daher einen ruhigen Tag gönnen, bevor unser Kumpel Linus zu uns stoßen wird, um dann mit uns durch den englischen Kanal und auch die Biskaya zu segeln. Wir sind gespannt.

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Unter Segel

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Genua und Groß

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An der Pinne

Kategorien:Niederlande

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