Regentage

Auch hier setzt der Herbst ein. Drei Tage der Woche hat es so viel geregnet, wie schon seit unserer Ankunft nicht mehr. Gut ist aber, dass alles dicht ist. Ein schönes Gefühl, im Bett zu liegen abends, dem Regen zuzuhören und zu wissen, dass es drinnen trocken bleibt. Mit dem Regen kommt die Kälte. Das sind wir nicht mehr gewöhnt, unter 20 Grad frieren wir nun inzwischen. Man kann uns fast für Portugiesen halten, so dick eingemummelt laufen wir durch die Gegend. Vergangenen Sonntag fahren wir also ans Kap und gucken uns die Wellen an. Von oben sehen sie gar nicht so schlimm aus. Draußen auf See sein muss jetzt aber trotzdem nicht. Die Wellen brechen sich beeindruckend und ich mache viele Bilder.

Weiterhin warten wir auf unsere Pakete und den Abstandshalter der Tercoo Scheibe, von der wir uns viel versprechen. Den der Lack muss immernoch ab. Endlich kommt das Paket an und wir testen abends sofort aus. So doll ist das Ergebnis leider nicht. Jedenfalls nicht so doll wie wir es uns erwartet haben. Es geht schon, aber das Ergebnis ist nicht so vielversprechend. Das ernüchtert uns schon ein wenig. Ich werkel aus Verzweiflung noch jeden Tag mit Hammer und Spatel, um das Unterwasserschiff weiter frei zu kriegen. Pro Tag komme ich aber mit der Methode nicht mal einen Quadratmeter weit. Wenn’s ein halber ist, bin ich schon glücklich. So kommen wir nicht vorwärts. Am nächsten Tag packen wir dann wieder die Schleifscheiben aus. Alex probiert dieses und jenes, aber heute ist es wieder elend warm und der Mundschutz macht dass die Schutzbrille schnell beschlägt. Wie soll man arbeiten, wenn man nichts sieht? Gar nicht. Irgendwann gibt er entnervt auf. Ich bin neugierig und will es auch einmal probieren. Bei mir beschlägt es nicht so arg und ich mache mich frisch ans Werk, während Alex nun mit Hammer und Spatel unterm Boot kratzt. Ich bin top motiviert und so geht es durchaus schnell vorwärts. Nun ja, schnell im Vergleich zu Hammer und Spatel. Zwei Stunden später fallen mir fast die Arme ab, weil ich es nicht gewohnt bin, die auf Dauer doch schwer werdende Flex vor mir hoch zu halten. Aber ich bin zufrieden mit mir. Circa zwei Quadratmeter haben wir so frei gelegt. Nun sehen wir das wirkliche Ausmaß der Osmose und der Delaminierung. Da gibt es einige, eher sehr viele Stellen. Die anrückende Regenfront nimmt mir die Entscheidung ab, ob ich weiter machen soll. Ich höre für den Tag auf und gehe duschen. Der Schleifstaub hängt einfach überall. Muskelkater für den Folgetag garantiert. Aber da ist eh Sonntag und somit Ruhetag. Glück für mich.

Am Tag zuvor haben wir noch Inge und Tommy vom Flughafen abgeholt. Die freuen sich wie wild, endlich wieder in Portugal zu sein, nach nur vier Wochen in der Berliner Heimat, wo das Wetter fast besser war, als hier bei uns. Die beiden von der Dolphin kommen auch aus Hamburg wieder und heute dann kommen Peter und Ruth. So haben wir sie dann alle wieder. Ein wenig gehören wir ja schon zum Inventar hier in Portimao und so langsam fühlt es sich an, wie nach Hause kommen. Durchaus kein schlechtes Gefühl.

Die Zeit des Regens nutzen wir, um unter Deck ein wenig umzusortieren und uns zu überlegen, was die beste Lösung für das Unterwasserschiff sein wird, um es ordentlich wieder aufzubauen.

Unterwasserschiff schleifen

Nach dem schleifen, endlich kommen wir in größeren Schritten vorwärts.

Kategorien:Portugal, Umbau

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