Rezepte für die Bordküche

Inhaltsverzeichnis

Hier will ich nun eine neue Rubrik aufmachen, für alle die, die Rezepte für die Bordküche suchen. Einfache, schnelle und eher aufwendige Rezepte, die sich mit Bordmitteln herstellen lassen. Da an Bord zumeist mit Gas gekocht wird, sind die Backzeiten natürlich individuell und müssen jeweils an den eigenen Ofen angepasst werden.

Ihr findet hier auch spezielle Rezepte aus multinationalen Bordküchen, echtes russisches Bortschtsch. Die Rubrik wird beständig erweitert und überarbeitet. 

Viel Spaß beim stöbern und selber ausprobieren! Lasst mich wissen, wenn ihr auch tolle Rezepte habt oder Verbesserungsvorschläge. Ab in die Kommentare damit.

Brezeln

selbst gemachte Brezel

Brezeln oder Laugengebäck im Allgemeinen sind außerhalb Deutschlands quasi nicht zu finden. Da Alex ein echter Schwabe ist, vermisst er seine Brezeln arg und ich musste lernen, diese selber zu backen. Meine ersten Versuche waren recht unansehlich, aber es wird mit der Zeit. Was ihr auf jeden Fall braucht, ist Natron. Auch das ist kaum zu ergattern, daher nehme ich es entweder in Massen vom Deutschlandbesuch mit, lasse es mir mitbringen oder schicken. Meine Empfehlung hier ist das gute alte  Kaisernatron, einfach zu besorgen (zumindest in Deutschland), günstig und ewig haltbar. Zudem kann man es noch für allerhand anderes verwenden.

Kaisernatron

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

Ruhezeit: 30 Minuten

Was man braucht:

  • 1 Würfel frische Hefe (oder die entsprechende Menge Trockenhefe)
  • 300 ml lauwarme Milch
  • 1 TL Zucker
  • 500 g Mehl
  • 1 TL Salz
  • 40 g Butter oder Magerine
  • 3 EL Natron
  • Mehl für die Arbeitsfläche
  • Hagelsalz zum Bestreuen
  • Fett für das Backblech oder Backpapier

Zubereitung:

Milch auf kleiner Flamme handwarm erhitzen. Hefe, Zucker und Milch zusammen verrühren, ca. 15 Minuten gehen lassen, bis man sieht, dass die Hefe anfängt Blasen zu werfen.

Mehl, Butter und Salz abwiegen und mit dem Milch-Hefe Gemisch zu einem geschmeidigen Teig kneten. Zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich der Teig ca. verdoppelt hat (ca. 30 Minuten).

Den Teig dann in jeweils knapp 100 g Teiglinge abwiegen. Diese einzeln auf einer bemehlten Fläche ausrollen zu einer Art Wurst, deren Enden dünner sind als die Mitte. Ungefähr 30 cm sollten die lang werden. Nun zu einer Brezel legen und nochmals 10 Minuten gehen lassen. Das passiert eh, während ihr die einzelnen Brezeln formt.

1 l Wasser mit dem Natron zum Kochen bringen. Die Brezeln einzeln und nacheinander 30 Sekunden in das heiße Wasser tauchen, abtropfen lassen und auf das gefettete Backbech legen. Mit Hagelsalz bestreuen und in den kalten Backofen schieben.

Backofen anzünden und Brezeln darin goldbraun backen. In meinem Ofen dauert das ungefähr 30 Minuten.

Brot/ Brötchen

selbstgebackene Brötchen

Brötchen selber machen ist für mich die hohe Kunst, ehrlich gesagt. Es klingt so einfach und doch habe ich einige Male ausprobiert und ausprobiert, während Alex meine machmal winzigen und steinharten Ergebnisse kosten musste. Nach über einem halben Jahr rumprobieren und austesten habe ich nun endlich ein Rezept zusammen gestellt, dass leckere und fluffige Brötchen hervorbringt. Man kann den Teig natürlich auch einfach zu einer großen Rolle formen und Brot daraus machen. Dann erhöht sich einfach die Backzeit.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Ruhezeit: 2 Stunden

Was man braucht:

  • 200 g Roggenvollkornmehl
  • 300 g Weizenmehl
  • 10 g Salz
  • 1 Würfel Hefe (oder die entsprechende Menge Trockenhefe)
  • 380 g lauwarmes Wasser
  • 1 TL Zucker oder Honig

Wasser in einem Topf handwarm erhitzen. Hefe, Zucker (bzw. Honig) hinzufügen und kurz stehen lassen, bis man sieht, dass die Hefe arbeitet. Das erkennt man der Blasenbildung und dauert ca. 10 Minuten.

Mehl und Salz mischen, Hefe-Wasser Gemisch hinzufügen und nun muss man kneten bis der Arzt kommt. Am besten wird das Ergebnis wirklich, wenn man von Hand knetet. Man sollte durchaus 10 bis 20 Minuten kneten. Mit der Zeit sollte der Teig weniger klebrig werden. Nun abgedeckt 1,5 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen. Der Teig sollte sich mindestens verdoppelt haben. Der Teig ist gut, wenn man ihn eindrücken kann und der Abdruck bleibt.

Nun den Teig noch einmal kurz (!) kneten und Brötchen formen. Diese direkt auf das Backblech legen und nicht mehr anrühren. Nochmals 15 bis 20 Minuten gehen lassen.

Ab in den Backofen damit und backen bis sie goldbraun sind. Testen kann man das, indem man einen dünnen (sauberen) Draht oder einem Fleischthermometer in das Brötchen einsticht. Wenn kein Teig an dem Draht kleben bleibt, ist der Teig durchgebacken.

Kuchen

Hier mein Lieblingsrezept für Käsekuchen, in leicht abgewandelter Form. Schnell und einfach zu machen.

Käsekuchen

bester Käsekuchen der Welt

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

Was man braucht:

Für den Teig:

  • 200 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 70 g Butter
  • 1 Ei
  • 1 TL Backpulver

Für den Belag:

  • 500 g Magerquark
  • 150 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • 400 ml Milch
  • etwas Öl

Für den Guss:

  • 2 Eiweiß
  • 6 EL Puderzucker

Aus Mehl, Butter, Zucker, Ei und Backpulver einen Knetteig herstellen. Die Backform mit Backpapier auslegen und den Teig dünn darin verteilen, auch den Rand hinauf.

Alle Zutaten für den Belag in einer Schüssel vermischen und gut verrühren. Dann in die mit Teig ausgelegte Kuchenform füllen. Das Eiweiß beseite stellen. Im Ofen eine Stunde backen bis der Belag fest ist und nicht mehr wackelt, wenn man an der Form rüttelt.

Das Eiweiß zu Eischnee schlagen und nach einer Stunde den Kuchen kurz aus dem Ofen nehmen, den Eischnee darauf verteilen und gesiebten Puderzucker darauf verteilen. Nochmals 20 Minuten backen.

Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und draußen kalt werden lassen, dabei kristalliert der Puderzucker zu kleinen schönen Kügelchen. Einfach nur lecker.

Käsekuchen Crumble

Meine völlig eigene Kreation. Da hatte ich Lust auf einen Crumble und Käsekuchen zugleich. Da ich für mich allein mehr Pi mal Auge kalkuliere, sind die Mengenangaben hier eher geschätzt, aber sollten passen.

Käsekuchen Crumble

Zubereitungszeit: ca. 25 – 30 Minuten

Was man braucht:

Für den Teig:

  • 150 g Mehl
  • 130 g Zucker
  • 100 g Magerine

Für den Belag:

  • 500 g Quark
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 TL Backpulver
  • 2 Eier
  • 2 Äpfel
  • 2 Birnen
  • 1 EL Erdnüsse
  • 400 ml Milch
  • 100 g Zucker

Mehl, Zucker, Backpulver und Magerine zu einem Teig kneten. Ein Drittel des Teiges abtrennen und beseite legen. Aus den restlichen zwei Dritteln die Backform (mit Backpapier) dünn ausfüllen. Auch den Rand hinauf. (Auf dem Bild habe für den Rand Haferflocken benutzt).

Birnen und Äpfel klein schneiden und auf dem Teig verteilen. Erdnüsse ebenfalls gleichmäßig auf dem Obst verteilen. Restliche Zutaten für den Belag in einer Schüssel verrühren und auf dem Obst verteilen.

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Das letzte Drittel des Teiges in kleine Stückchen teilen und auf dem Belag verteilen. Ab in den Ofen damit und ca 45 Minuten backen, bis der Belag fest geworden ist.

Kekse

Kekse sind einfach toll. Für mich müssen sie schnel gemacht, lecker und haltbar sein. Ob mein zusammen gewürfeltes Rezept für die Bordküche besonders lange haltbar ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht, denn sie sind einfach zu schnell weg, bevor sie lagern können.

selbstgemachte Schokokekse

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Was man braucht:

  • 8 EL Mehl
  • 4 EL Zucker
  • 3 EL Kakaopulver
  • 1 Ei
  • 1 TL Backpulver
  • eine Handvoll Nüsse oder Trockenfrüchte – je nach Belieben
  • 3 EL Quark oder Joghurt
  • 1 EL Milch

Alle Zutaten zusammen mixen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Mit einem kleinen Löffel auf dem Backpapier kleine Kekshäufchen bilden und ab in den Ofen. Backen bis sie dunkel sind. Ca. 30 Minuten

Spätzle

Da ich einen Schwaben an Bord habe, musste ich lernen, Spätzle selbst zu machen. Ich liebe sie inzwischen heiß und innig. Passen zu allem, Linsen, sonstiges Gemüse oder als Beilage. Wir haben einen Tupper Spätzle’s Schaber, da ich als Nicht-Schwabe es gar nicht drauf habe, sie an einem Holzbrett zu schaben.

Der Spätzle Schaber

spätzle

Selbstgemachte Spätzle

Zubereitungszeit: ca. 30 – 40 Minuten

Was man braucht:

  • 500 g Mehl
  • 6 Eier
  • 400 ml Wasser
  • etwas Salz

Die Zutaten zu einem weichen Teig verarbeiten. Gut ist, wenn der Teig weich ist und Blasen wirft beim kneten.

Einen großen Topf mit Wasser füllen und mit etwas Salz zum kochen bringen. Eine Portion Teig nehmen und auf die Tupper geben, mit dem Schaber den Teig durch die Löcher drücken. Je weicher der Teig (je mehr Wasser) desto länger werden die Spätzle. Wer eher Knöpfle mag, gibt einfach weniger Wasser zum Teig.

Die Spätzle sinken zuerst zu Boden und schwimmen dann an der Oberfläche. Dann sind sie fertig und können mit einem Sieb abgefischt werden.

Wer mag, kann dann die Spätzle mit Zwiebeln und etwas Speck in eine Auflaufform geben, mit Käse überstreuen und dann im Ofen überbacken. Fertig sind die Käsespätzle.

Multi-National

russisches Bortschtsch

die wahre Seele einer jeden Nation zeigt sich im essen. Die Russen haben mit ihrem Bortschtsch sich selbst übertroffen. Die Suppe gibt es in allerlei Varianten, aber hier findet ihr das Rezept für die Bordküche von Katja, von der MAHALA (bitte mit russischem Akzent lesen):

Bortschtsch,
Quelle: Von Kagor at the Ukrainian language Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23701696

Also, wenn es irgendwann mal wirklich kritisch wird, also so richtig kritisch; ernsthaft die Lage, übel sozusagen, dann nehmt ihr einfach:

  • 1 große Zwiebel (würfeln)
  • 1 große Möhre (dünne Scheibchen)
  • 1 oder 2 Paprika (würfeln)
  • 3 Knoblauchzehen (Scheibchen)
  • 4-5 Tomaten (würfeln)
  • entweder 600 g Rindfleisch mit Knochen oder 900 g Suppenfleisch
  • 1 rote Beete (reiben)
  • 1/4 Weißkohl (raspeln)
  • 1/2 Zitrone (auspressen)
  • 2 EL Ketchup 
  • 1/2 Bund Dill
  • 1/2 Bund Petersilie (beides fein hacken)
  • 5 mittel große Kartoffeln (würfeln)
  • 1 Chili Schote (fein schneiden)
  • 2 Lorbeerblätter 
  • Salz, Pfeffer und Zucker

Wenn ihr das alles zusammen gesammelt habt, dann gebt ihr 7 Teller kaltes Wasser, die Chili, das Fleisch und die Lorbeerblätter in den großen Topf. Das ganze lasst ihr aufkochen, dabei nehmt ihr zwischendurch den Schaum ab und lasst es auf niedrigster Stufe zugedeckt kochen, bis das Fleisch gar ist (ca. 1 – 1,5 Stunden). 

Dann nehmt ihr das Fleisch heraus, schneidet es klein und werft die Knochen über Bord. Währenddessen bratet ihr in einer großen Pfanne (mit Pflanzenöl) die Zwiebel, Möhren und Paprika an. Danach gebt ihr die Tomaten dazu. Falls ihr 2 EL Tomatenmark dabei habt, könnt ihr das auch dazu geben. Dann nehmt ihr das Gemüse aus der Pfanne und stellt es beiseite. 

In der Pfanne bratet ihr jetzt die rote Beete mit ein bisschen Öl und dem Ketchup 5 Minuten an. (Trick 17: mit dem Ketchup schmeckt die rote Beete nicht mehr so erdig!!) Immer wieder umrühren! Das geschnittene Fleisch zurück in den großen Topf werfen und die Kartoffeln dazu geben. Alles zusammen aufkochen. 5 Minuten nachdem es kocht, Kohl und die gepresste Zitrone (den Saft derselben natürlich) hinzufügen. Nach weiteren 5 Minuten das gebratene Gemüse dazutun. Nach nochmals 5 Minuten die rote Beete und auch den Knoblauch zufügen. 5 Minuten ochen lassen, dann 1 EL Zucker reinwerfen, kräftig salzen und pfeffern, abschmecken. Kurz bevor alles fertig ist, noch die frishen Kräuter hinzufügen. 

Dazu ladet ihr noch 4 Freunde ein (das Rezept ist für ca. 6 Personen) und sagt den Freunden, sie sollen Schwarzbrot, Schmand und Vodka mitbringen. Sobald alle am Tisch sitzen, verteilt ihr den Bortschtsch in großen Schüsseln, gebt einen guten Löffel Schmand obendrauf und dann werdet ihr sehen, dass die Welt an und für sich ein ganz wunderbarer Ort ist.