Schierstein nach Koblenz und Koblenz nach Düsseldorf

Zu aller erst: keine Katastrophe! Im Gegenteil, es gab so gar eine kleine Wunderheilung am Bingener Loch.

Nach unserem Stopp in Schierstein ist unsere Boxencrew – Fritz und Bow – spontan aus Stuttgart zu uns gestoßen, um uns zu helfen, die kaputte Masthalterung zu reparieren und uns die die nächste Etappe auf dem Rhein zu begleiten. Die moralische Unterstützung war vor allem für mich wichtig. Schon nach dem Ablegen habe ich auf die nächste Katastrophe gewartet. Vor uns lagen die schwierigsten Kilometer des Rheins. Das Bingener Loch sowie die Loreley. Aber, keine Katastrophe!
Wir fuhren früh aus Schierstein ab, bei wirklich kalten 5° Außentemperatur. Vor dem Rhein Schiefer Gebirge staut sich der Rhein und flutet viele kleine Auen. Alles sehr hübsch.
Dann ab Rüdesheim wirds enger. Enger heisst, dass der Rhein sich durch die Berge dort quetschen muss. Dementsprechend wird er beschleunigt. Am Bingener Loch vorbei haben wir es auf ein maximum Speed von sagenhaften 11 Knoten über Grund geschafft. Wow! Plötzlich sagt Fritz: „Ach, guck mal. Die Logge funktioniert ja wieder!“. In der Tat. Vielleicht ein Wunder von Bingen 🙂 aber nach den Strudeln und Strömungen hat sich unsere Logge dazu entschlossen auch wieder mitzuspielen. Topp.
Auch an der Loreley sind wir erstaunlich entspannt vorbei gekommen.

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Strömung am Bingener Loch

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10 Knoten Fahrt über Grund!

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Vorbei an der Loreley

Angelegt haben wir dann in Koblenz, kurz vor dem Deutschen Eck in einer kleinen süßen Marina. Nachdem wir Fritz und Bow wieder dankend zum Bahnhof gebracht haben, sind wir auf EIN Bier zu den anderen Marinaliegern gegangen. Aus dem einen Bier wurden irgendwie mehr mitsamt Limoncello von italinischer Mamma hausgemacht. Kurz: es war sehr witzig und sehr lang.

Gestern morgen sind wir dann recht müde aus dem Bett gefallen. Unser Ziel war Köln. Was wir leider vergessen haben, war das Hochwasser von 1,5 m dass sich von Süden her seinen Weg in den Norden schob. So sind wir zwar echt super schnell mit durchschnittlich 9 Knoten den Rhein runter gerast, aber als wir in Köln ankamen, lag zwischen uns und der Marina eine Brücke. Diese sollte eine Durchfahrtshöhe von 4,50 m haben, was für uns ganz gut gepasst hätte. Aber dank des erhöhten Wasserstands war die Brücke doch zu niedrig für uns, so dass wir leider abdrehen mussten. Wir entschlossen uns, direkt weiter nach Düsseldorf zu fahren. Somit haben wir die längste Wegstrecke bisher zurück gelegt. 150 km an einem Tag! Leider kann man immer noch nicht von entspanntem Fahren reden. Der Verkeher auf dem Rhein gestern war grausig. Frachter kamen uns im Minuten-takt entgegen und überholt haben uns auch einige. Einige von den Frachtern zeigten eine blaue Tafel an der Steuerbord-Seite was bedeutet, dass die Begegnung nicht wie normal Backbord an Backbord erfolgt (normaler Rechtsverkehr) sondern, dass man die „Straßenseite“ wechselt und sich Steuerbord an Steuerbord begegnet. So mussten wir oft zwischen zwei Frachtern hindurch fahren, deren Heckwellen eine unangenehme kurze Kreuzsee verursachte. Kurze Hackwellen. Mag das Boot offenbar gar nicht. Das daraus resultierende Stampfen im Wasser ließ unser gerade repariertes Holzgestänge für den Mast ganz schön bedrohlich knaufeln. Gar nicht witzig!
So haben wir die beste Möglichkeit gesucht, um das Boot vom Stampfen abzuhalten. Ging nicht immer gut, aber der Mast hat gehalten und das Holzgestänge auch.
Um halb neun Abends kamen wir dann entsprechend fertig mit der Welt in Düsseldorf an. Die Einfahrt in den Hafen ist leider auch nicht besonders toll, da an der Außenseite der Flussbiegung gelegen, da wo die höchste Strömung herrscht…. mit hoher Drehzahl und hoher Muskelkraft haben wir es trotzdem geschafft.

Heute liegen wir noch Düsseldorf, wo uns mein Papa und meine Oma besuchen werden. Den Tag Ruhe können wir auch gerade gut gebrauchen. Es ist schon wirklich erstaunlich, wie anstrgend es ist, den ganzen Tag draußen auf dem Wasser zu sein.
Wir hoffen auf wärmeres Wetter und ab Holland weniger Schiffsverkehr.

Kategorien:Deutschland

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