Seine Träume leben

Wir arbeiten derzeit wirklich viel am Boot und sind zwar nicht immer motiviert, aber wir machen jeden Tag etwas und sei es nur ein kleines bisschen. Auch wenn wir hier und da jammern und meckern, wissen wir doch, dass wir auf sehr hohem Niveau jammern. Es gibt immer etwas, was besser sein könnte, aber wissen, dass wir unseren Traum leben. Anders zwar als wir uns das damals bei unserer Abreise vorgestellt hatten, aber wir sind losgefahren und haben bislang schon wunderbare und unvergessliche Momente erlebt. Auch treffen wir auf dieser Reise immer wieder tolle Menschen, die genau das gleiche machen. Ihre Träume leben.

Unsere guten Freunde Inge und Tommy haben mit dem Gedanken gespielt, sich hier eine Wohnung zu kaufen. Nach Besichtigung und Begeisterung konnten sie zwei Nächte Probewohnen. Und wir wurden direkt zum Besichtigen und Brunchen eingeladen. Die Dachterrasse soll eingeweiht werden. Dem folgen wir natürlich, vorher wird noch schnell eine Lage Epoxy aufgebracht und dann los. Die Wohnung ist schön, aber kalt, da sie keine Heizung hat. Auf der Terrasse sind wir schwer beeindruckt. Groß, windgeschützt und mit Aussicht auf’s Meer. Nur die Sicherungen in der Wohnung sind etwas unterdimensioniert, so fliegt die Sicherung, wenn man Ofen und Herd gleichzeitig anmacht. Oder Ofen zum aufbacken der Brötchen und die Kaffeemaschine laufen lassen, überlastet die Sicherung auch. Es wird ein wunderbares Zusammen sein, aber hier und da sammelt die Wohnung durchaus Minuspunkte. Nach noch einer Nacht Probewohnen entscheiden sich die beiden dann gegen den Kauf der Wohnung. Auch das gehört meiner Meinung nach dazu, seine Träume zu leben. Dinge, die einem im Kopf rumgeistern auszuprobieren und auch ehrlich festzustellen, dass es doch nicht so toll ist, wie man sich das so ausgedacht hatte. Dann ist man frei für die nächste Idee.

Wir haben jedoch unseren Traum gefunden und wir lieben es. Wir genießen das Leben, das wir leben in vollen Zügen. Dazu gehört halt eben auch, seine Hände in Epoxy zu stecken, zu schleifen, zu streichen und ab und zu auszusehen, wie ein Staubbeutel. Dazu gehört, kein Auto mehr zu haben und zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen zu gehen. Dazu gehört, in fremden Ländern mit fremden Sprachen vermeintlichen Reis zu kaufen und erst nach über 30 Minuten kochen festzustellen, dass es Nudeln sind, die wie Reiskörner aussehen. Kommt halt davon, wenn man die Sprache nicht versteht. Aber wie heißt es so schön?
Reisen macht einen sprachlos, dann wird man ein Geschichtenerzähler. Genauso ist es.

Frühstückstisch, mit frischem Orangensaft, Sekt und lieben Menschen darum herum. Blauer Himmel auf der Dachterrasse
Sonnige Aussichten auf den Frühstückstisch
portugiesische Tischdecke close up
portugiesische Tischdecke
Reisen macht dich sprachlos, dann wirst du zu einem Geschichtenerzähler

Kategorien:Portugal, Umbau

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