So viel zu tun, keine Lust irgendwas zu tun

Nach den gemütlichen ersten Tagen wieder zurück in Portugal, müssen wir doch mal wieder was am Boot arbeiten. Die Liste der Dinge, um die wir uns kümmern müssen wird nur bedingt kürzer und gerade haben wir nicht allzu viel Lust, zu arbeiten. Aber die Heinzelmännchen haben uns leider immer noch nicht gefunden, also müssen wir selber ran.

Wie Alex ja schon beschrieben hat, hat er einen Riss im Skeg gefunden. Das bedeutet, dass wir das Ruder ziehen müssen. Er beginnt also, alles auseinander zu schrauben. Der Ruderquadrant befindet sich taktisch günstig (oder auch nicht) direkt unter dem Bett. Also, erstmal das ganze Bett auseinander nehmen und dann (wie sollte es auch anders sein?) Kopfüber schrauben und werkeln. Als oben soweit alles vorbereitet ist, muss der Bronzeschuh unten ab. Da sind Bolzen drin, die müssen raus. Wollen sie aber nicht und mehr als ein Bohrer verabschiedet sich zwischendurch. Irgendwann ist aber auch der ab und er zieht das Ruder soweit es geht raus. Natürlich nicht ganz, da circa 10 Zentimeter nach unten fehlen. Da kommt der Betonboden und der ist wenig geneigt uns den Raum zu geben. Also müssen wir die Tage den Kran kommen lassen, das Boot anheben und so das Ruder ziehen. Klasse Sache, da ja gar kein Aufwand….

Man kann so aber schon an den Riss sehen und nach ein wenig popeln, ist klar, das Ruder muss wirklich ganz raus. Da muss man intensiver dran arbeiten.

Ansonsten nehme ich mich der Kielbolzen an. Der Kiel ist ein durchaus wichtiger Bestandteil des Bootes und ist mit 10 Bolzen am Boot befestigt. Die sind ziemlich groß und natürlich in den letzten unzugänglichen Ecken des Bootes. Wie zum Beispiel unter den Wassertanks, wo man weder hinsehen kann, geschweige denn ordentlich dran arbeiten kann. Die Tanks ausbauen ist keine Option, da wir dann neue bräuchten. Die Bolzen müssen aber auch gewartet werden, denn sollten die Bolzen sich einmal verabschieden, dann kentert das Boot. Keine Wunschvorstellung. Trotzdem eine unliebsame Aufgabe, eben weil man so schlecht ran kommt und genau deswegen selten ausgeführt. Aus den Augen, aus dem Sinn, sozusagen.

Als erstes nehme ich mir die Bolzen vor, an die man vergleichsweise gut ran kommt. Abschleifen, sauber machen und neu lackieren. Klingt einfach, mal wieder. Ist es aber nicht.

Kopfüber in einer recht unmenschlichen Position über Stunden zusammen gefaltet zu hängen und sich zu überlegen, wie ich am besten an den Bolzen rankomme ist wenig erfreulich. Einer der Bolzen wird von unserer Box für das Duschwasser geblockt. Zuerst versuche ich, um die Box drum herum zu arbeiten, sehe aber schnell, dass das zu nix führt. Ich seufze, also ausbauen. Drei Schläuche abmachen. Einer geht gut, der zweite auch, aber da war unerwarteter Weise noch Wasser drin. Das da seit Oktober stand und dementsprechend braun aussieht und übelst nach Schwefel riecht. Damit wurde ich dann – kopfüber hängend – geduscht. Na, lecker. Hände waschen geht in dem Moment auch nicht, da Alex die Borddurchlässe der Spüle abgebaut hat.

Irgendwann hab ich die Box mit viel Gefluche und Gejammer draußen. Dann weiter kopfüber schleifen, unfassbar viel Schleifstaub abkriegen und versuchen das Gerät in den letzten Ecken ordentlich zu halten, auch wenn ich kaum etwas sehe. Dementsprechend dauert es einige Zeit, bis ich die vier Bolzen soweit habe, dass ich sie neu lackieren kann. Aber auch das kriegen wir hin.

Das Wetter ist durchaus hervorragend. Die Sonne brennt vormittags vom Himmel. Jeden Nachmittag allerdings kommt ein starker und eher kalter Wind auf, der ziemlich stark ist. Gegen fünf Uhr nachmittags kann man nichts mehr draußen machen, da einfach alles wegfliegt. Das bedeutet oft einen frühen Feierabend. Auch nicht schlecht.

Das Ruder soweit gezogen, wie es geht bevor der Betonboden kommt
Alex ist fleißig. Was eine Baustelle unterm Boot
Da ist die Box ausgebaut.
Einer der Kielbolzen. An den kommt man noch gut ran

Kategorien:Umbau

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