Sonntag ist Ruhetag

Bevor wir rausgekrant sind, haben wir uns überlegt, einen Tag in der Woche einen Ruhetag zu haben. Dafür haben wir uns den Sonntag überlegt, denn da ist es ruhig auf der Boardyard.

Wir werkeln also fleißig weiter. Am Samstag begibt sich Alex an die Borddurchlässe. 23 Löcher haben wir im Boot gezählt. Dreiundzwanzig!! Merke: je weniger, desto besser. Steuerbord mittschiffs liegen sogar vier direkt nebeneinander. Warum? Das weiß keiner so genau. 10 von den 23 sind eh nicht in Benutzung. Als wir noch im Wasser waren haben wir uns nicht getraut, an all den Hähnen rumzudrehen, aus Angst vor Wassereintritt. So taufrisch sind die ja alle nicht mehr. Alex ist also mutig und macht sich an seine Angstgegner. Schwupps, zehn Minuten später ist der erst draußen. Hach, das ging aber schnell. Dann also der nächste. Vier Stück macht er schon mal raus. Gut wars, dass er das gemacht hat, denn drei von den vier drehen sich nicht mehr. Sonntag ist er dann so motiviert, dass er gleich weiter macht. Während ich den „Ruhetag“ also nutze um zu putzen und aufzuräumen, kommen weitere sechs Decksdurchlässe raus. Von wegen Ruhetag. Aber egal, es läuft grad, also ran an den Speck. Es ist ein sehr seltsames Gefühl, von innen nach außen auf den Boden gucken zu können oder von außen sagen zu können, dass das Licht im Motorraum noch brennt. Hier stellen sich ein paar der Durchlässe als weggerostet und komplett einkorrodiert heraus, so dass Alex drei oder vier von außen abflexen muss. Inzwischen sieht die Hülle aus wie ein schweizer Käse.

Auch am Unterwasserschiff geht es langsam weiter. Dort platzt ja hier und da der Lack schon von alleine ab, und wenn man mit einem Spachtel unter den Lack geht, kann man den schön problemlos abkratzen. Das geht schnell und einfach. Außerdem bringt es eine seltsame Befriedigung mit sich. Abwechselnd während der Woche kratzen also Alex oder ich am Unterwasserschiff und kommen gut voran. Allerdings hauptsächlich Babckbord und nur da, wo kaum Blasen zu finden sind. Am Wasserpass, da wo es richtig viele Blasen hat, wurde irgendwann mal eine Art Spachtelmasse aufgetragen, die hält wie Bolle. Ich versuche mich mit dem kleinen Spachtel, da von Loch zu Loch zu arbeiten, aber es ist sehr mühsam und ich komme mir vor wie ein Steinhauer, so fest ist das Zeug.

Am Montag morgen kommt Den bei uns vorbei, hallo sagen. Die beiden Briten sind nun auch wieder auf ihrem Boot und da es Jan’s Geburtstag ist, laden wir beide für den Abend zu uns ein. Kuchen inklusive. So wie es derzeit aber aussieht, kann hier keine Maus was essen, geschweige denn Kuchen backen. Ab Mittags räumen wir also auf und weg, was das Zeug hält, dann geht es an den Kuchen. Es erhöht den Wohnkomfort doch gewaltig, nicht ständig über allerlei Kram hinwegsteigen zu müssen und wenn man an irgendwas will, erst zwei Minuten seinen Weg dorthin bahnen zu müssen. Der Abend wird super und freuen uns über die Abwechslung.

Heute ist es dann bewölkt und der Wetterbericht sagt Regen voraus. Mal sagt er eine Sintflut voraus, mal nur ein paar Tropfen. Es ist schön nach drei Monaten Sonne etwas herbstliche Stimmung zu haben. Wir hängen nun etwas durch und erlauben uns, nun mitten in der Woche den Ruhetag zu nehmen.

Das sind die vier Borddurchlässe nebeneinander

Mittendrin statt nur dabei

Mittendrin statt nur dabei

Kategorien:Portugal, Umbau

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