Spleissen lernen

Gestern haben wir uns zusammen gesetzt mit unseren derzeitigen Nachbarn spleissen gelernt. Was heißt das? Ganz einfach, man macht aus einem Tau mit zwei Enden eine Verbindung, so dass eine Kausch entsteht. Das ist eine wahre Kunst und man muss es einmal gezeigt bekommen.

Nachdem wir am Montag schon top motiviert waren und gehofft hatten, segeln gehen zu können, mussten wir uns eine andere Beschäftigung suchen. Seit Montag wurden die Vorgaben hier langsam gelockert. Portugiesen dürfen seitdem wieder segeln gehen. Beziehungsweise, raus fahren und segeln hätten wir die ganze Zeit gehen dürfen. Nur zurück kommen, dass ist seit dem Lockdown die große Frage.

Wir räumen also das ganze Boot auf und bereiten uns mal optimistisch darauf vor, raus zu dürfen. Auch das Rigg haben wir ordentlich gespannt. Denn Jens ist aufgefallen, dass unser Mast sehr weit nach hinten gebeugt ist.

Ich hatte der Policia Maritima schon vor Tagen einen Email geschickt, die allerdings keiner Antwort gewürdigt wurde. Am Montag dann versuchten wir sie über Funk auf Kanal 16 zu erreichen, aber auch da kam keine Antwort. Wir wurden aber nicht alleine ignoriert, zwei andere Boote haben es auch auf Kanal 16 versucht, erhielten aber keine Antwort. Dann haben wir bei der offiziellen Telefonnummer angerufen. Drei Mal klingeln, dann wird die Verbindung unterbrochen. Da hilft nur noch persönlich auflaufen.

Das haben wir dann auch getan. Mit unseren neuen Masken im Portugal Style, sind wir oft gern gesehen. Das beeindruckt die Dame der Policia Maritima aber mal gar nicht. Wir werfen ihr unseren extra zurecht gelegten Satz auf Portugiesisch entgegen, stolz wie Oskar. Null Bewegung auf ihrem Gesicht und ein: „No. Not today, maybe tomorrow.“ Nö, nicht heute, kommt morgen wieder, dann vielleicht. Na danke auch. Aber nein, wir laufen sicher nicht jeden Tag hier auf, stehen an und kriegen dann die immer gleiche Antwort. Dann warten wir halt weiter bis zum 18. Dann sollen weitere Lockerungen kommen.

Also machen wir mit unseren Nachbarn einen Termin aus und treffen uns zum Spleissen. Wir treffen uns auf dem Katermaran der Familie neben uns, Jens bringt das Wissen und die Anleitung, wir das Tau.

Dann wird los gelegt. Den beiden Mädels wird es bald langweilig und sie beauftragen Papa, ihnen zwei „Armbänder“ zu basteln. Diese Armbänder sind eigentlich Softschäkel, die bis zu 2,5 Tonnen Last aushalten. Derartige Kleinigkeiten interessieren die beiden nicht. Denn die sind hübsch und ja, man kann sie auch als Armband nutzen.

neues „Armband“ für die Genua
der Diamantknoten ist gar nicht so einfach.

Kategorien:Umbau

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