Starkregen

Wir waren fleißig. Der Sommer ist vorbei und der Herbst hält langsam Einzug. Was für die hiesige Pflanzsaison bedeutet, dass nun alles anfängt wieder zu wachsen. Wo in Deutschland nun die Saison langsam zu Ende geht und man sich auf den Winter vorbereitet, fängt hier nun erst alles wieder an zu wachsen. Dementsprechend habe ich einiges an Saatgut in die Erde gebracht und wir konnten nicht ganz an uns halten und haben ein paar Obstbäumchen gekauft.

Dann ging die Frage los, wohin damit? Wie groß wird das Bäumchen und was für Ansprüche hat es an Standort, Sonneneinstrahlung und Bodenbedingungen? Und wo auf unserem kleinen Grundstück trifft das am ehesten zu?

Langsam aber sicher haben wir so alles in die Erde gebracht. Ordentlich angegossen und hoffen nun auf das Beste.

Dann zeigt der Wetterbericht Regen. Hier gibt es ab und zu Regen ohne Niederschlag, zumindest auf der Wettervorhersage. Regensymbol ohne Niederschlagsmenge. Das kann man sich dann so vorstellen, dass es zwar dröppelt und wirklich ein paar Tropfen runter kommen, aber die reichen noch nicht mal, um irgendwas nass zu machen. Bessere Inkontinenz, also.

Dieses Mal soll aber wirklich Regen kommen. Wir bereiten also alles vor. Morgens um sechs wache ich auf. Es blizt, es donnert. Ist aber noch weit weg. Der nächste Blitz kommt näher und der dritte ist dann direkt über uns. Es schüttet aus Kübeln. Wir gucken durch’s Boot. Hier und da an den üblichen Stellen tropft es rein, aber das kennen wir schon. Zwei neue Stellen finden wir leider auch, an denen es tropft. Da müssen wir nochmal nachsehen und die Ursache finden. Vermutlich hat sich einer der Handläufe aus Holz über den Sommer so arg zusammen gezogen, dass nun dort irgendwo Wasser seinen Weg hinein findet.

Das ist kein Nebel, sondern Regen

Es regnet kurz, aber heftig. Nach dem ersten Kaffee fahren wir zum Stückle und gucken mal, wie die Lage dort ist. Man sieht kleine Wasserläufe, aber alles ist in Ordnung.

Am Abend kommt der zweite ordentliche Schauer. Drei Tage später grünt es aus allen Ecken heraus. Das Gras, das Unkraut, aber auch unsere Pflanzen wachsen auf einmal, als gäb’s kein Morgen mehr.

Zwei Wochen später nun, sehen wir abends nochmal Regen angekündigt. Wieder in ordentlichen Mengen. Dieses Mal haben wir aber nichts vorbereitet, nichts schützend weggeräumt und so fahren wir nachts um halb zwölf bei Wetterleuchten und dem ersten Donnergrollen los, hinein in die schwarze Dunkelheit, die hier und da von einem Blitz erhellt wird. Immer wieder ein absolut faszinierendes Schauspiel der Natur.

Wir räumen im Licht der Taschenlampe alles unter das sichere Dach, decken frisch ausgesäätes ab und gerade als wir damit fertig sind, beginnt der Regen. Wir beschließen, nun die erste Nacht hier zu verbringen.

Wir haben das Boot gut vorbereitet und es liegt sicher. Die Nacht wird unruhig. Es ziehen vier oder fünf Gewitter über uns hinüber, einige weiter weg, andere direkt über uns. Es gibt Donnerschläge, die die ganze Hütte erzittern lassen. Der Regen fällt mal schwächer, mal stärker, aber es schifft die ganze Nacht hindurch. Da wir direkt unter dem Dach schlafen, ist es entsprechend laut. Das führt zu wenig Schlaf.

Am nächsten Morgen schauen wir unser Dinghi an. Das steht ziemlich unter Wasser, aber bald ist die Front über uns hinweg gezogen und es klart auf. Ein Glück, dass wir doch beschlossen haben, die Jungpflanzen noch zu schützen, den Regen hätten die meisten nicht überlebt.

Sieht man das Wasser im Dinghi?

Nun drängt es das Grün aber an allen Ecken und Enden aus der Erde. Nach den letzten Monaten, die mehr und mehr braun wurden, ist es eine Wohltat für das Auge. Leider heißt das, sehr viel Unkraut hacken….

Der Nebel am nächsten Morgen allerdings ist einfach wunderschön.

Nebel über dem Fluss
Der Nebel lichtet sich langsam

Kategorien:Umbau

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