Strandgut

Derzeit ist die meist gestellte Frage von Segler an andere Segler: Was sind so Eure Pläne? Je nachdem wen man fragt, kann die Antwort auf die Frage von Tag zu Tag variieren.

Unsere Freunde von der Malama haben sich ihre Entscheidung sicher nicht einfach gemacht. Einmal wollten sie noch nach Süden und vielleicht sogar jetzt noch über den Atlantik, eventuell wieder in das Mittelmeer rein oder nach Deutschland zurück. Oder einfach hier in Portugal bleiben, bis man wieder woanders hin darf. Nach vier langen Wochen der Diskussion haben sie sich letzten Endes dazu entschieden, doch nach Hause nach Deutschland zu segeln, um dann in zwei oder drei Monaten wieder runter zu kommen.

Am Montag war haben sie es tatsächlich getan. Anker auf, und los. Sie sind mutig und wollen soweit möglich direkt bis Deutschland durch fahren. Wir freuen uns für sie, dass sie wieder aufs Wasser kommen, aber wir sind natürlich auch ein wenig traurig, dass die Menschen, die wir über die Zeit schon lieb gewonnen haben, nun wieder gehen. Aber so ist das im Seglerleben. Nicht jeder, den man trifft, hat den gleichen Kurs wie man selbst.

Unser Leben hier geht nach einer sehr aktiven Zeit wieder in eine ruhigere Phase über. Auch das Wetter hat sich mal wieder entschlossen, durchwachsen zu sein.

Das nutzen unsere Freunde Dörte und Jens. Kurz nach Vollmond ist immer Springtide. Das bedeutet, dass die Gezeiten besonders starkt ausgeprägt sind. Da sie ein Boot haben, dass zwei Kiele hat, können sie sich trocken fallen lassen. Und das haben sie am Sonntag gemacht.

Zudem sind bei Springtide immer die Muschelsammler da, die den halben trocken gefallenen Boden umgraben, auf der Suche nach irgendwelchen essbaren Muscheln. Ob die so schmecken, wenn die aus dem Matsch kommen, sei mal dahin gestellt. Obwohl die schiere Menge an Menschen, die jedes Mal buddeln kommen, schon darauf hin deutet, dass sie schmecken sollten.

Auf jeden Fall ist die Aurelie, wie sie da auf dem Trockenen liegt, ein wahrer Hingucker. Irgendwie sieht es falsch aus, so ein Boot auf dem Trockenen. Interessiert die Muschelsammler allerdings nicht die Bohne. Die graben weiter fröhlich den Boden rund um das Boot um.

Natürlich gehen wir auch gucken und fragen, ob alles glatt gelaufen ist. Das Boot sieht aus, als wäre es aus Versehen da gelandet, Strandgut sozusagen. Die beiden sind schon seit halb sechs morgens auf und seither nur am werkeln. Aber zufrieden sind sie mit ihrem Werk. Wir sind beeindruckt.

Da liegt sie auf dem Trockenen, sieht irgendwie falsch aus
Dahiner die Muschelsammler.
Strandgut, was man halt so findet…

Kategorien:Umbau

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