Unfreiwillige Auszeit

Als Markus wieder in das kalte Deutschland zurück fliegt, wird das Wetter hier prompt wärmer. Armer Kerl. Bernd, der inzwischen nicht mehr namenlose Deutsche, ist vom Trockendock zurück und wir erkennen sein Boot fast nicht wieder. Das Boot erstrahlt jetzt in feschem rot. Er hat über die Internetseite „Hand gegen Koje“ zwei Mitsegler aufgegabelt, die auch gleich kommen sollen. „Wo aus Deutschland kommen die denn her?“ wollen wir wissen. „Weiß nicht.“ Okay, das ist ja auch nicht so super wichtig. Aber auch auf die Fragen nach Namen oder Alter unsererseits, kriegen wir die gleiche Antwort. Wir lernen die beiden schnell kennen. Lisa und Moritz kommen aus Hannover und Kiel und sehen sich selbst eher als Segelanfänger. Das will Bernd bald ändern. So gut wir jeden Tag fahren sie raus und erkunden die Gegend. Sie haben viel Spaß zusammen. Einen Abend grillen wir zusammen und bewundern gemeinsam Bernds bunten Musikgeschmack. Nach einer Woche fahren sie alle weiter Richtung Faro. Wir verabschieden uns von Bernd und den beiden Mitseglern. Wir sehen ihnen nach und wollen auch bald los. Wir denken uns: los! Wir wollen wieder mehr am Boot arbeiten. 

Dann aber hat sich Alex eine fiese Erkältung eingefangen. Die Nase ist zu und nach unserem Gang zum einkaufen brauchen wir ein oder zwei Stopps auf der Bank zum Luft holen. Ich kümmere mich so gut wie möglich um ihm, aber drei Tage später geht es mir nicht besser. Ich liege flach. Allein der Gang zum Strand um die Ecke und zurück bringt mich dazu, mit Schnappatmung in der Ecke zu stehen. Zurück daheim muss ich mich erst einmal hinlegen und ausruhen. Es bringt alles nix, wir legen eine Zwangspause ein. Wir schlafen viel und erholen uns. Dabei herrscht draußen  herausragendendes Wetter. Kurze Hose, T-Shirt, Sonnenschein und keine Wolke am Himmel, während wir völlig fertig im Bett liegen. Über Instagram verfolgen wir (zugegeben, verfolge ich) die Bora Boras die wir hier am Ankerplatz kennen gelernt hatten. Dabei habe ich die ‚La vie sailing‘ gefunden. Ein junges schwedisches Paar, die im Winter losgefahren sind von Schweden aus. Die sind gerade hier in der Marina, sogar am gleichen Steg. Am Donnerstag Abend verabreden wir uns über Social Media für heute. Heute morgen auf dem Weg von der Dusche zurück zum Boot laufen wir uns über den Weg, sagen kurz Hallo und am Abend hocken wir bald zu viert auf der La Vie und sind beeindruckt von den beiden jungen Schweden, die einfach ohne große vorherige Kenntnis ihre Leben daheim aufgelöst haben um auf das Boot zu ziehen. Zusammen mit ihren beiden Hunden. Die beiden sind auf dem Boot zum ersten Mal zusammen gezogen. Noch ist die Stimmung offensichtlich hervorragend. Wir wünschen den beiden von Herzen, dass es so bleibt. Sie wollen weiter in Richtung Griechenland und wir diskutieren Orte an denen wir waren und unsere Planungen wo wir noch hinwollen. Wobei wir schwedische Schnapps Spezialitäten probieren dürfen. Schnell wird der Abend daher gemütlich während die Hunde in ihren Körbchen selig schlummern. 

Kategorien:Portugal

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