Verkehrskontrolle und die portugiesischen Mühlen

Da wollten die Ursula und ich nur Schrauben kaufen gehen und verbringen den Nachmittag auf dem Polizeirevier. Aber von Anfang an.

Am Morgen bringen wir eine zweite Schicht auf den Kiel auf. Klappt super und schnell. Wir sind ja nun schon ein eingespieltes Team. Alex mit der Rolle, ich mit dem Pinsel.

Neue Lage auf den Kiel

Ursula werkelt derweil mit dem Schreiner weiter an der Ape, die langsam wirklich schön aussieht. Nach einem Kaffee bei Claudio beschließen wir zwei Ursulas mit der Ape Schrauben holen zu fahren, denn der Schreiner braucht Ersatz. Wir fahren also los und kommen genau bis zum ersten Kreisverkehr, wo wir in eine Verkehrskontrolle geraten. Wir denken uns nichts böses, vielleicht sind sie unhappy, weil wir zu zweit in einem Auto sitzen, wo man nur alleine rein darf. Einer der Polizisten spricht auch ganz leidliches Englisch und so gehts los.

Auto in Portugal gekauft, auf sie umgemeldet, aber in Portugal nicht abgemeldet, weil die Trulla in der Behörde das nicht hin bekommen hat und sie damit nach Deutschland geschickt hat. In Deutschland angemeldet und versichert, mit deutschem Kennzeichen. Nee, dass ginge so nicht. Tja, wissen wir auch, aber was soll man tun, wenn die Behördentrulla einen nach Deutschland schickt? Erst beschäftigen sich zwei Polizisten damit, dann drei, letztendlich sechs und ein Telefonjoker. Wir stehen derweil im Kreisverkehr herum und gucken doof aus der Wäsche. Besonders spaßig wird’s, als einer der Polizisten merkt, dass das Kennzeichen nur mit Klett befestigt ist und es plötzlich in der Hand hält.

Diskussion unter Polizisten über die Ape

Nach einer Stunde Diskussion sollen wir den Beamten auf’s Revier folgen, was wir brav tun. Dort rufe ich Alex an, damit der weiß, wo ich stecke und offenbar sobald nicht wieder komme. Sein erster Satz nach dem Abnehmen: „Na, Verkehrskontrolle?“ Hier funktioniert der Flurfunk offenbar gut. Wir sitzen also mit einem Beamten in einem Raum, der guckt, als hätte er den kürzeren Halm gezogen. Er tippt auf dem Computer rum und redet über eine Stunde kein Wort mit uns. Irgendwann soll Ursula einen Stapel Papiere unterzeichnen, alle auf portugiesisch. Auf unsere Frage, was denn da stünde, schließlich will Ursula nichts unterschreiben, was sie nicht versteht, wird nach einigem hin und her ein Übersetzer besorgt. Also, wieder warten. Derweil sind Alex und Peter schon angekommen, um uns abzuholen, mitsamt Care Paket. Hundefutter und Bier inklusive. Ich geh mit dem Hund eine Runde und der strullert die Wiese vor dem Revier voll. Braver Hund!

Die Ape und ihr neues zu Hause für die nächste Zeit. Polizeiparkplatz

Um acht Uhr dürfen wir endlich gehen, aber die Ape bleibt erstmal da. Alex und mich betrifft das Problem nicht, aber Ursula hat nun ein Problem und wir geben uns große Mühe, ihr nach Kräften zu helfen, die Ape wieder zu kriegen.

Das ganze hält uns nicht lange vom Boot fern und abends gehen wir noch alle zusammen Billard spielen.

Kategorien:Portugal, Umbau

1 Antwort

Trackbacks

  1. Gerichtsverhandlung – Living aboard SV Assai

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.