Vorbereiten auf das Rauskranen

Endlich haben wir einen Termin für unser Boot zum rauskranen. Am Dienstag wird es soweit sein und wir sehen quasi zum ersten Mal das Boot von unten. Wir haben es ja schon abgetaucht und ordentlich geschrubbt, aber im Wasser sieht man ja doch nicht so gut wie an Land.

Derweil sind wir von unseren Freunden und Bekannten nun mehr die einzigen, die noch am Ankerplatz sind. Hans mit seiner Avona ist am letzten Dienstag rausgekrant worden. Dort haben wir dann die Gelegenheit genutzt und den Termin für uns festgelegt. Gerne hätten wir einen Platz mit schöner Aussicht, aber das wird wohl leider nichts werden. Nun gut, da kann man nichts machen. Nachdem Hans sicher auf dem Trockenen steht, kommen auch Peter und Julian vorbei. Der Außenborder von Julian ist immer noch unwillig und läuft nicht. Da hat er ihn gleich mitgebracht und Alex nimmt sich des störrischen Geräts an. Alles wird auseinander genommen. Der Vergaser wird ordentlich geputzt und gereinigt. Nach zwanzig Minuten wird er wieder zusammen gesetzt. Eimer mit Wasser füllen, den Außenborder reinsetzen und starten. Er kommt sofort und läuft. Gut. Ausmachen, zweiter Versuch. Da will er nicht mehr. Es will einfach nicht. Fünf Minuten ziehen und wurschteln und er will nicht. Alex prüft, ob überhaupt Sprit kommt, ja alles gut. Dann wackelt er am Totmann-Schalter. Dann – oh Wunder – springt er sofort an. Der Totmann-Schalter (oder wie das Ding auch immer offiziell heißt) ist quasi der „Aus Knopf“ am Außenborder und während der Fahrt mit einer Schnur mit dem Handgelenk des Fahrers verbunden. Sollte der aus Versehen rausfallen, geht der Motor sofort aus und überfährt einen nicht. Siehe da, das Ding ist der Übeltäter. Es hat keinen ordentlichen Kontakt zur Schnur und bei jedem kleinen Gewackel geht da nun der Motor aus. Da hätte man den Vergaser auch sein lassen können, aber was solls? Geschadet hat es sicher nicht. Julian ist total froh, dass er nun endlich weiß, was mit seinem Gerät los ist und Alex hat wieder eine gute Tat getan.

Die Tage sind noch schön warm und sonnig, die Wassertemperatur ist so warm wie das ganze Jahr noch nicht. Sie liegt inzwischen bei 25 Grad. Wahnsinn für uns. Nachts kühlt es doch doch schon empfindlich ab, aber so schläft es sich auch angenehmer. Trotzdem steht Alex derzeit oft früher auf als ich. Gestern morgen hält er mal wieder die Angel ins Wasser und kurz nachdem ich die Augen aufgemacht habe, höre ich es von oben: „Komm! Ich hab einen!“ Was? Ich springe aus dem Bett und werfe mir irgendwas über, kraxele hoch und helfe ihm dabei, den Fisch an Bord zu kriegen und auszunehmen. Fangen ist sein Job, der Rest ist meiner. Einen schönen Fisch hat er da an der Angel. Einen Wolfsbarsch haben wir gefangen und sind beide total stolz. Da hat Alex nun das Jagdfieber gepackt. Kaum sitze ich mit meinem ersten Kaffee im Cockpit hat er den zweiten Fisch an der Angel. Dieses Mal eine Geißbrasse. Die sind schwer zu kriegen. Also wieder ausnehmen und ab in den Kühlschrank. Keine zehn Minuten später haben wir zwei weitere Fische, beide Meeräschen gefangen. Da ist Alex besonders glücklich drüber, denn die ollen Viecher nibbeln sonst nur den Köder ab und spucken den Haken wieder aus. Jetzt ist es mehr, als wir essen können, so vakuumieren wir die Meeräschen ein und essen später den Barsch und die Geißbrasse. Ein Festmahl für uns. Ewig fangen wir gar nichts und dann gleich vier auf einmal.

Der Wolfsbarsch, was ein schöner Fisch

Aber gemeine Stacheln hat er an der Rückenflosse

Kategorien:Portugal

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.