Vorbereitungen

Wir haben nun ein Ziel. Ein Datum festgelegt, an dem wir hier die Leinen loswerfen und zu einem Probeschlag aufbrechen wollen. Samstag soll es soweit sein. Bis dahin haben wir noch eine ziemlich lange to-do Liste abzuarbeiten.

Der hiesige Rigger namens George kommt vorbei und wird in den Mast gewinscht, um dort die Qualität des Mastes und der Wanten zu prüfen. Ein Foto von oben, ein wenig Gewackel und prüfende Blicke später ist er wieder unten, sehr zufrieden mit der Qualität dessen, was er gesehen hat. Sehr gut. Dann ab zur Hafenpolizei mit Stavros, unserem Menschen für den bürokratischen Wahnsinn in Griechenland. Wir brauchen die Depka, nichts weiter als ein gestempeltes Papier, dass man brav die 50 Euro bezahlt und das man vorzeigen muss, wenn man kontrolliert wird. Sonst wird’s teuer. Also holt  Stavros mich ab, leider mit dem Roller. Während der Fahrt trägt Stavros seinen Helm am Arm,  schert sich nicht sonderlich um rote Ampeln und macht auch vor Gehwegen nicht halt, kommen wir schnell an. Ein netter Mitarbeiter braucht einiges hin und her, sowie Stavros Hilfe, das Papier korrekt auszufüllen. 20 Euro Trinkgeld für den Beamten und keiner stellt blöde Fragen. Während also Stavros dem Beamten erklärt, was er wo reinschreiben soll, beobachte ich zwei Herren mit ihren Autos die im Kofferraum irgendwelche Meerestiere den Beamten zeigen und über irgendwas mit diesen diskutieren. Plötzlich ist der eine nicht mehr so entspannt, schwingt einen großen Hammer in Richtung seines Kumpanen mit viel Geschrei und Gezeter. Da kommt so richtig Leben in die Bude. Alle vorher recht behäbigen Beamten rennen nach draußen und trennen die zwei Streithähne. Worum es letztlich ging, weiß ich immeroch nicht, aber als wir mit korrekt ausgefüllter Depka wieder abfahren, wirft einer der Kollegen seinen Meerestiere-Fang unter den Augen der Beamten wieder ins Meer. Dabei sieht er wenig glücklich aus.

Da die Sahara hier nicht allzu weit entfernt ist, schlägt sich täglich ein wenig Sand auf das Deck nieder. Innerhalb weniger Tage ist das Deck abartig dreckig. Das Dinghi blasen wir einmal auf, um zu testen, ob es noch die Luft drinnen und das Wasser draußen hält. Nach drei Tagen sind wir zufrieden. Alles gut. Vieles räumen, wegwerfen und sortieren sowie reparieren später gönnen wir uns einen Abend mit Nichos, einem Freund und gehen hier Suvlaki essen. Fleisch, wahlweise auf einem Spieß oder in einem Pitabrot zusammen mit Pommes und Käse. Mitsamt Vorspeise, Wasser und Wein für 3 Personen bezahlen wir 21 Euro. Man muss also nur wissen, wo man hin muss. Als Nachspeise gönnen wir uns ein Eis, während wir einem Straßensänger mitsamt Gitarre zuhören, der erstaunlich gut Lieder von Jonny Cash singt. Es tut gut, mal wieder raus zu kommen und sich etwas zu gönnen, nachdem wir nun monatelang gearbeitet haben. Wir freuen uns sehr auf das Segeln am Wochenende und hoffen, das alles so klappt, wie wir uns das wünschen.

Kategorien:Griechenland, Umbau

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