Wann beginnt eigentlich unsere Reise?

Seit einigen Tagen geistert eine Frage in meinem Kopf herum:

Wann beginnt unsere eine Reise eigentlich? Klar, wir haben ein Datum festgelegt, wann wir los wollen und spätestens, wenn wir die Leinen los werfen, den Motor starten und weg fahren wird die Reise beginnen.

Zwei Jahre steht unser Boot aber nun schon hier, in denen wir fast jedes Wochenende damit verbracht haben, hier zu reparieren, da zu streichen und dort neue Kabel zu verlegen. Abende, Ferien, Stunden und Tage haben wir damit zugebracht, uns zu überlegen was wir (wirklich) brauchen, wo man das halbwegs günstig herbekommt und ob es überhaupt in unser Boot passt.

Bei der Umsetzung der Planung klemmt dann hier etwas, da geht es doch nicht und dort geht was kaputt. Sonntags natürlich, wenn kein Baumarkt offen hat. Dazu Internetrecherche, Videos wie man dies oder jenes am besten macht und nicht zu vergessen, all die Bücher, Videos und Blogs die wir begeistert gesehen/gelesen haben, von jenen, die schon gestartet sind. Was hatten andere für Erlebnisse, für Probleme? Welche Ausrüstungsgegenstände haben sich bewährt? Erfahrungswerte, die Gold wert sein können. In Gedanken sind wir eh fast immer am Boot. Alex ist nimmermüde und immer kreativ in seinen Gedanken und im Schaffen. Wir haben in den zwei Jahren schon einige Kämpfe mit unserer Faith ausgefochten. Sei es der Ein- bzw. Ausbau des Kühlschranks durch eine Backskiste kopfüber arbeitend, sei es ein Handlauf an Deck, der einfach nicht im GFK halten will und eine halbe Beziehungskrise auslöst oder auch allein die immerwährende Diskussion, was wir uns im hier und jetzt für einen Luxus gönnen wollen und können. Immer im Hinblick darauf, später genau dieses Geld zu wenig zu haben. Egal was wir tun, egal wie schön der Sommer ist, während wir arbeiten (im Büro oder am Boot) haben wir immer im Hinterkopf: „Bald!“. Ich stelle mir kristallklares blaues Wasser vor, angenehm warme Temperaturen, die Stille und nur das leise Plätschern des Wassers gegen den Rumpf, vielleicht noch ein Glas Wein in der Hand. Sonne auf der Haut. Klar, das ist die Idealvorstellung. Ich habe mich auch schon klatschnass im Cockpit bei Regen und Sturm gesehen, in der Nacht bei riesigen Wellen und mit Hunger das Boot steuernd. Gedanken und Träume haben wir viele. Aber der Tag der wirklichen Abreise rückt näher und hoffentlich haben wir wirklich alles bedacht, alles gut genug repariert bzw. überarbeitet. Unsere Reise zu zweit hat allerdings schon lange begonnen.

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