was lange währt…

Es ist schon wieder einige Zeit her seit ich geschrieben habe, ich weiß.
Irgendwie finde ich es extrem langweilig immer über das Gleiche zu schreiben, schleifen in all seinen Facetten.
Inzwischen gibt es nun aber doch einige Neuigkeiten zu vermelden.
In der letzten Woche habe ich das Schleifen (vorerst) beendet um endlich mit der Osmosepräventionsbeschichtung zu beginnen. Hochtrabendes Wort das im Prinzip nur eine literweise Materialschlacht mit Epoxy bedeutet.
Begonnen mit 3 Schichten liquid Epoxy, abgesetzt mittels Farbpigmenten.
Dieses Zeug hat laut Datenblat eine Topfzeit von 120-150min. und eine Aushärtezeit von 36-48h bei 20°C.
Nunja, auf die Temperatur hat man in Südportugal keinen Einfluss. Ich habe mir einen Zeitraum ausgesucht in dem konstant geringe Luftfeuchtigkeit vorherrschte. Die Temperatur lag an den Beschichtungstagen dann jedoch bei 30-37°C. Das dies den Aushärtungsprozess beschleunigen würde war mir klar, nicht jedoch wie sehr es diesen beinflussen würde.
Die erste Schicht liquid Epoxy begann ich um 10h morgens aufzutragen und um ca. 14h war ich fertig. Abends um 18h war das Zeug durchgehärtet.
Dies bedeutete das ich es wieder anschleifen musste um eine Vernetzung der nachfolgenden Schicht zu gewährleisten, hat auch mal kurz einen Tag gefressen.
Die folgenden 2 Schichten liquid erfolgten kurz darauf und dankbarerweise mit Hilfe von Vincent.
Da wir an diesem Tag die letzte Schicht abends um 20h beendeten konnte ich am folgenden Tag mit mittelviskosem Epoxy direkt weiter beschichten.
Leider musste ich fest stellen dass dies noch schneller aushärtete.
Als Fritz, Bow und Hans bei ihrem täglichen Besuch bei mir schon von Fernem hören konnten dass es bei mir nicht so läuft und ihnen gesammelt die Schamesröte ob meiner ganzen Flüche in den Kopf stieg haben sie sich kurzerhand meiner angenommen und mir den kompletten Tag dabei geholfen den Kahn mit Epoxy zuzukleistern. Dank deren, mehr als willkommenen Hilfe, haben wir es geschafft an einem Tag weitere 4 Schichten Epoxy aufzutragen und dies in Schichtdicken die wahrlich beindruckend waren. Gedankt sei dem mittelviskosen Epoxy.

Laut dem was ich im Internet finden konnte ist eine Schichtdicke zwischen 400-600µm (je nachdem wo man liest) empfohlen. Okay, Assai trägt nun eine Epoxydicke von 1000-1200µm – wird wohl nicht schaden 😉
Erfreulicherweise hat sich das Epoxy sehr gut vernetzt und ist einwandfrei ausgehärtet. Das weiß ich schon deshalb da ich die letzten 3 Tage damit zugebracht habe die oberste Schicht wieder anzuschleifen da noch 2 Lagen Epoxyprimer und dann das Antifouling drauf müssen.
Ich habe mich kurzfristig dazu entschieden bis ca. 15cm überhalb des Wasserpasses zu beschichten. Das bedingt dass ich den Übergang wieder herausarbeiten muss aber damit ist der Rumpf bis weit über der normalen Wasserlast hinaus geschützt.
Der Nachteil an dieser Entscheidung ist das nun mein alter Wasserpass komplett verschwunden ist und ich mir eine Möglichkeit einfallen lassen muss um diesen wieder vernünftig anzubringen um zumindest halbwegs die Optik zu wahren.
Glücklicherweise habe ich Zugriff auf einen Laser und werde wohl anhand einiger alten Fotos die neue Wasserlinie umsetzten – another day, another Problem. Da wir die Wasserlinie vorne ohnehin nach unten und hinten nach oben setzten wollten ist das nicht allzu schlimm.

Sobald der Epoxyprimer drauf ist kann ich auch mal endlich damit beginnen alles wieder zusammen zu bauen. Borddurchlässe und Seeventile rein, Stopfbuchse wieder zusammen- und einbauen, Welle…
Das Ruder wird wohl noch ein wenig dauern. Leider schwimmt das im eigenen Saft und trocknet aktuell aus. Sobald dies geschehen ist werde ich es entweder einfach wieder zusammen laminieren (habe ein ansehnliches Quadrat rausgeflext) oder neu ausschäumen und dann wieder laminieren, das ist noch nicht entschieden.

So langsam wird es auch auf der Boatyard ruhiger. Die Crew der Dolphin ist zwecks anstehender Op´s in Deutschland.
Hans hat seine Cummulant soweit fertig und verbringt noch 2 Wochen auf dem Hardstand mit seiner Frau um etwas flexibler zu sein und die Crew der Muffet hat einen Krantermin für morgen.
Muffets Kiel ist endlich komplett fertig und es stehen nur noch Kleinigkeiten an.

Es geht also an allen Fronten voran und ich muss zugeben es ist wirklich schön zu sehen das endlich mal was vorwärts geht und die ganzen Boote immer fitter werden um ihre eigentliche Daseinsberechtigung mal wieder auszuleben.

ein Hilfeschrei und alle eilten zur Ehrenrettung – vielen Dank!!!
wie schön sie glänzt

Kategorien:Umbau

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