Was man tut, wenn es nichts zu tun gibt

Auch Portugal ist weiterhin im Lockdwon. Seit zwei Wochen haben die Cafe’s zumindest für die Laufkundschaft wieder geöffnet. Der erste Kaffee to go und das erste Eis auf die Hand vom kleinen Stand nebenan schmeckt so richtig lecker. Das Wetter ist auch richtig toll geworden. Die Sonne scheint und wir trauen uns sogar baden zu gehen. Das Wasser ist noch frisch, aber nicht mehr arschkalt. Ums Boot zu schwimmen trauen wir uns aber doch noch nicht.

Unsere deutschen Freunde Micha und Claudia von der Kebulan sind nach einigen Diskussionen mit den portugiesischen Grenzern auch hier eingetroffen und arbeiten Vollgas an ihrem Boot. Seit zwei Jahren steht der ihr Boot an Land und sie sehen das Wasser nur vom Beton aus. Somit haben wir die beiden für einen Abend eingeladen, auf Kaffee und Kuchen, bei uns im Cockpit zu sitzen und mal endlich wieder auf dem Wasser zu sein. Der Nachmittag wird super, Claudia und ich schwingen und schnell auf die SUP’s und paddeln über den Gartenteich. Zumindest wirkt das Wasser so. Kein Lüftchen regt sich. Das ist aber nur die Ruhe vor dem Sturm.

Denn am nächsten Morgen ist der Himmel seltsam milchig trüb und es windet aus Gibraltar, was das Zeug hält. Vier Tage sagt der Wetterbericht soll der Spaß anhalten. Die ersten zwei Nächte schläft der Wind dankbarer Weise ein und wir durch. Dann in der Nacht zu Dienstag wache ich vom Wind auf. Es fegt wild und der Wind zerrt böse am Boot. Ich höre, wie sich die Leinensicherung der Ankerkette spannt und knarzt. Dann beginnt der Tanz Wind gegen Strömung. Denn der Wind ist extrem böig. Sobald eine Böe einschlägt (und es klingt, als ob sie einschlägt), dreht sich das Boot aus der Strömung in den Wind und derweil klappert an Deck alles, was klappern kann.

Der Windgenerator dreht so schnell, dass ich ihn schon nicht mehr hören kann. Sobald die Böe vorbei ist, schwingt das Boot wieder in die Strömung und die Windwellen schlagen gegen den Rumpf. Der Spaß geht die ganze Nacht durch. Schlafen kann man das bei uns nicht mehr nennen.

Als wir morgens aufwachen sehe ich, dass der milchige Himmel Saharastaub war, denn das Deck sieht aus wie ein Sandkasten. Ganz feiner Sand lagert sich an Deck, auf den Solarpanels, einfach überall. Da es die kommenden Tage weiterhin leicht nieseln soll, machen wir uns nicht die Mühe, das Deck zu putzen, sondern reinigen nur die Solarpanele.

Nun in der Karwoche herrscht hier nochmal recht strenger Lockdown. Nach Ostern sollen die nächsten Lockerungen starten und die Restaurants endlich wieder öffnen. Zumindest der Außenbereich. Darauf freuen wir uns schon gewaltig. Dann werden wohl auch bald unsere Freunde Dörte und Jens aus Gibtraltar wieder kommen. Solange das Wetter ist, wie es gerade ist, fällt uns das zu Hause bleiben nicht sonderlich schwer. So will man gar nicht raus.

Sand auf den Solarpanels
Sand an Deck
Scheibe links geputzt, rechts noch nicht
Wetter war schon mal besser

Kategorien:Umbau

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