Weniger ist mehr

Nachdem wir vorgestern eine Monsterstrecke von mehr als 150km gefahren sind, haben wir es gestern etwas ruhiger angehen lassen. Wir sind nun 87km weiter im Yachtclub Wesel.
Eine ziemlich runtergerockte Marina mit runtergerockten Booten. Wir fühlen uns hier wohl. Alles wichtige ist da, natürlich bis auf W-Lan – mal wieder.
Aber es ist sauber ruhig gelegen, mit bodenständigen Booten und Besitzern.
Nicht so übertrieben  extrovertiert wie Düsseldorf.
Da der Trip bislang deutlich anstrengender war als gedacht bleiben wir heute noch in Wesel und legen einen Ruhetag ein. Das Wetter ist hier ohnehin nicht so toll, Regen und Wind, da müssen wir nicht draussen sein. Außerdem müssen wir mal sehen wie sich das Hochwasser auf dem Rhein macht.
Wir sind ca 50km von Holland entfernt und kurz nach der Grenze teilt sich der Rhein in die Waal und den Nederrhin.
Beides stark von Binnenfrachtern aus Rotterdam frequentierte Strecken mit ausgeprägter Strömung und bei Hochwasser entsprechend kabbelig.
Quasi der Rhein nur schlimmer, so die Literatur die wir dazu im Internet fanden.
Des Weiteren sind, laut OSM und Navionics auf beiden Flüssen deutlich weniger Marinas. Somit werden wir den heutigen Tag dazu nutzen unsere weitere Streckenplanung zu erstellen. Kein Spaß ohne W-Lan, nur mit mobilen Daten und inzwischen begrenzter Bandbreite. Wird wohl auch seine Zeit dauern.
Eine mögliche Alternative wäre die Saal abwärts, den Maas-Waal-Kanal gegenan und dann in die Maas. Damit würden wir auch nach Strijensas kommen.
Allerdings bedeutet das wieder einige Schleusen und wir haben festgestellt dass wir Schleusen nicht leiden können und das liegt nicht nur an dem Erlebnis in der Heidelberger Schleuse. Wir mögen es allgemein nicht.
Andererseits hätten wir es dann mit weniger Berufsschifffahrt zu tun, auch attraktiv.
Wir werden uns entscheiden müssen.

Anbei noch ein Foto von dem Überholverhalten der Frachtschiffer.
Der Abstand war am Anfang, als der Frachter zum Überholen ansetzte halb so groß, als er gesehen hat dass ich die Kamera auspacke hat er uns ein wenig mehr Platz gelassen, allerdings hat er am Ende wieder rein gezogen weil ein anderer Frachter entgegenkam was wieder massive Ruderarbeit unsererseits erforderte.
Der Frachter war 135m lang und über 14m breit. Als sich dessen Heckwellen mit denen des entgegenkommenden Frachters getroffen haben hatten wir das Gefühl einen Bullen zu reiten.

image

Kategorien:Deutschland

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.