Wer redet denn schon über das Wetter?

Während in diesem Sommer in Deutschland alle schwitzen und stöhnen unter der ungewöhnlichen Hitze und Trockenheit ist der Sommer hier eher unterdurchschnittlich. Klar, tagsüber in der Sonne ist es warm und barfuß kann man durchaus laufen, aber jeden Nachmittag pünktlich um drei brist der Wind auf und bläst wie mit bis zu 6 Bft aus Nord. Sobald die Sonne weg ist, ist es schnell affig kalt. Das scheint sich auch bei den Touristen rumgesprochen zu haben, denn dieses Jahr scheinen erheblich weniger da zu sein als im vorherigen Jahr. Was uns aber nicht weiter stört.

Alex bastelt derweil weiter an einem sehr unwilligen Außenborder, der den Zündfunken ab und zu aufs Gehäuse legt und ihm dann und wann gewaltig eine wischt. Sowas lässt ihm ja keine Ruhe. Bei einem Besuch bei Peter, es geht immer noch um die widerspenstige Satellitenschüssel, beschließen wir gemeinsam ein neues Zündkabel zu besorgen. Wir düsen los und landen schließlich bei unserem Außenborder Zausel der seinen Container in dem er arbeitet bis oben hin vollgestopft hat mit Kram. Als wir zu ihm hinlaufen kommt er mit einem Eimer voll frischer Austern von den Fischern und erzählt uns stolz, dass er und seine Frau heute abend einen sehr romantischen Abend haben werden mit den ca. 30 Austern die er da hat. Dabei zwinkert er mir fröhlich zu. Nebenher bastelt er an dem Zündkabel. Schnell nutzen wir die Gelegenheit eines Autos und gehen einkaufen.

Am Nachmittag sind die Schweizer aus Alvor wieder da und bitten Alex doch mal nach ihrem AIS zu sehen. Das macht er dann auch und siehe da, mit Antenne zeigt das Gerät auch was gescheites an. Die beiden freuen sich und wir uns auch. Da die Schweizer nicht zur EU gehören, müssen sie alle anderthalb Jahre spätestens einmal ausreisen und können dann wieder einreisen. So bereiten sie sich auf einen Trip nach Tangiers in Marocco vor.

Wir vertreiben uns ganz gemütlich die Zeit und die Abende sind kurz, da der Wind es schnell sehr ungemütlich macht. Seit heute allerdings hat der Wind gedreht, von Nord auf Ost. Es fegt aus Gibraltar heraus und mit dem Wind kommt die Hitze. Es ist, wie im Föhn zu sitzen, dabei haben wir es hier an der Küste noch sehr gut, dort sollen es nur 35 Grad werden. Im Hinterland sollen Höchsttemperaturen von über 45 Grad erreicht werden und die Waldbrandgefahr steigt rapide an. Das dürfte für euch ja nichts neues sein, da das Wetter dieses Jahr einfach nicht macht, was es soll. Wir lassen es derweil gemütlich angehen, bestaunen die Touristen, die heute in Scharen an den Strand gekarrt werden und verscheuchen kleine Motorboote, die unseren Ankerball als Mooringboje nutzen wollen. Bei keinem Wind sollen sie ja machen, was sie wollen, aber wenn wir bei dem böhigen Wind schon stramm am Anker hängen, müssen die sich nicht auch noch dran hängen.

Kategorien:Portugal

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.