Whippersnapper

Unser Freund Andreas, den wir in La Coruna kennengelernt haben, ist nun wieder angekommen. Wir haben gestern Abend zusammen mit ihm und seinem Kumpel Wilko ein uriges portugiesisches Restaurant besucht. Klein, seit ewig und drei Tagen vorhanden und nur ein Menü für alle. Entweder man isst, was auf den Tisch kommt oder eben nicht. Es gab Brot, Oliven, Käse und Schinken zur Vorspeise und dann Hähnchen Piripiri als Hauptgang. Lecker!! 

Heute schien die Sonne vom Himmel und er hat seinen Termin zum herauskranen. Wir sind mit ihm zusammen gefahren. Natürlich, um zu helfen, aber auch um mal zu gucken, wie es läuft. Kann ja nicht schaden es sich einmal anzugucken. Auf dem Weg zum Trockendock fahren wir an einem Segelboot vorbei, das auf der Seite am Strand liegt. Da hat am Sonntag bei dem Starkwind wohl der Anker nicht gehalten. Wir bedauern den Eigner, der offenbar sehr unselig neben seinem Boot steht. Das Rauskranen der Whippersnapper ging gut und zackig. Eine Stunde hat es dauert, vom Einfahren in den Kran bis die Whippersnapper sauber auf dem Trockenen steht. Zu Fuß gehen wir zurück zur Marina und Andreas holt sein Auto ab. Wir bieten Hilfe an, um an seinem Boot zu arbeiten. Wir warten ja eh noch auf unseren Termin zum Kranen. Also schnell Arbeitsklamotten angezogen und wieder zum Trockendock. Wir gucken uns das Unterwasserschiff an, hier und da muss gespachtelt werden, aber dann kann schnell gestrichen werden. Wilko soll nur schnell die Anoden an der Propellerwelle ersetzen, während Andreas und ich anfangen zu streichen. Plötzlich höre ich mit einem Ohr Alex zu Wilko sagen: „… da kannste nur noch aufbohren oder ne Mutter drauf schweißen, um das wieder los zu kriegen.“ Andreas kriegt große Ohren und Augen. Wie, aufbohren? Was ist passiert? Beim festschrauben der Anoden ist eine Schraube abgebrochen. Nach fest kommt ab. Immer. Andreas kriegt langsam Schnappatmung. Das ist nicht gut. Wilko ist arg betroffen, Alex redet beruhigend auf Andreas ein. Wir haben bei uns am Boot alles, um die Schraube aufzubohren. Also schnappen sich Andreas und Alex das Auto und fahren wieder zu unserem Boot, um die Reparatur durchführen zu können. Währenddessen streichen Wilko und ich das Unterwasserschiff weiter. Nur eine Schicht, das geht zu zweit schnell. Die Sonne scheint immer noch strahlend und schnell trocknet hier die Farbe. Als die beiden mit Werkzeug wiederkommen sind wir schon fast fertig mit streichen. 

Alex kriegt die widerspenstige Schraube recht schnell wieder frei, auch ohne schweißen. Andreas ist überglücklich. Der hatte sich schon tagelang an der Schraube wurschteln sehen. Nach einer schnellen Dusche gehen wir noch kurz Essen und dabei merken alle, wie müde wir doch sind. Durch die Sonne, die heute auf uns nieder brannte, haben alle einen roten Schädel und bald kriegen wir die nötige Bettschwere. Es wird ein eher ruhiges Essen. Wir verabschieden uns daher bald. Morgen soll das Boot aufpoliert werden und direkt wieder ins Wasser kommen. Wir finden es gut, wieder so ausgiebig an einem Boot zu werkeln. Besser wäre es natürlich, wenn wir an unserem Boot so schnell voran kämen, aber Spaß macht es trotzdem. 

Da hat der Anker wohl nicht gehalten

Das Boot hängt im Kran


Ganz weit oben mit dem Boot

Kategorien:Portugal

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