Wieder an Land

Heute ist es soweit. Unser Termin mit dem Kran steht. Um 14.00 Uhr sollen wir da sein. Wir haben brav vorbereitet und alles aufgeräumt, wir sind froh zu wissen, wie es ablaufen wird. Eine Viertel Stunde vorher legen wir ab, der Weg ist ja nicht weit. Alex steht am Steg und führt das Boot so gerade wie möglich nach hinten und ich stehe am Steuer. Während ich noch überlege, in welche Richtung ich nun lenken muss, ist es schon fast zu spät. Das Boot tut (mal wieder) nicht, was es soll. Wir kommen dem Kat hinter uns nahe und der Puls steigt. Alex springt vorne herum und versucht mir Anweisungen zu geben. Am Ende übernimmt er das Steuer, während alle die im Hafen sind an Bord stehen und zugucken. Mann, ist mir das peinlich. Ich bin froh, als Alex die Tellerwende gut hinbekommt (drehen des Bootes auf dem imaginären Teller) und wir vorwärts aus dem Hafen fahren. 

Schnell sind wir am Kran, der schon auf uns wartet. Die Einfahrt geht gut und schnell. Wir werden hochgehievt und nach einem Platzwechsel stehen wir nach einer guten halben Stunde an dem Platz, wo wir hinsollen. Immernoch im Kran hängend. Erst hatten wir uns überlegt, unser Unterwasserschiff nicht abstrahlen zu lassen, da sonst zu viel von unserem Antifouling mit runter genommen wird. Aber schnell wird uns klar, den Bewuchs selbst abzukratzen wäre zu aufwendig und nimmt mindestens genauso viel von dem teuren Bewuchsschutz vom Boot. Ein Blick auf den Propeller zeigt, dass die Muscheln sich dort sehr wohl gefühlt haben. Sie wachsen in Herrscharen und auch aus dem Tiefenmesser wuchern uns die Muscheln entgegen. Der Rest des Bootes sieht gut aus. Wir reden mit Dave, dem Manager des Trockendocks, mit der Bitte, doch noch abzukärchern mit so wenig Druck wie möglich. Bald kommt der Kollege auch, aber der sieht nicht übermäßig begeistert aus. Als dann sein Gerät nicht so funktioniert, wie er es gerne hätte, wirft er Teile des Equipments frustriert durch die Gegend. Alex und ich haben ein schlechtes Gewissen, obwohl wir ja nix dafür können, dass das Gerät nicht so tut wie er will. Wir halten Abstand und ich erwarte jeden Moment, dass er seine Sachen komplett hinwirft und geht. Er redet auf portugiesisch vor sich hin. Dabei bin ich froh, es nicht zu verstehen. Es ist wohl kaum etwas nettes. Nach einer Weile aber klappt es doch und unser Boot wird sauber. Dann kommen noch Stützen rechts und links und unsere Faith steht wieder auf dem Trockenen. Die Muscheln kratzen wir ab und Alex beginnt direkt mit der Begutachtung des Echolots. Bald aber machen wir Feierabend, kochen uns noch was zu essen und entwerfen einen Schlachtplan für die nächsten Tage. Wir wollen so schnell wie möglich wieder ins Wasser. Schon allein, weil das Boot mit dem Bug ein wenig nach unten steht und wir somit im Bett mit Kopf nach unten liegen. Das ist natürlich doof und wir müssen daher wahrscheinlich in die Bugkabine umziehen. 

Faith im Kran

Aussicht von oben

Das was da rausguckt, sind alles Muscheln

Sauber machen, vorher und nachher

Kategorien:Portugal, Umbau

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.