Wieder im Wasser

Nach dem Einkranen und der ganzen damit verbundenen Aufregung, lassen wir es ruhig angehen. Nach unserem Ankermanöver sind wir ja zu unseren neuen Nachbarn gefahren und haben kurz hallo gesagt. Mit Michael, einer unserer Nachbarn, haben wir uns direkt mal „auf ein Bier“ verabredet. Als ich kurz vor Sonnenuntergang nochmal an Deck gehe, um mich einmal umzusehen, ruft Michael rüber, wie das denn mit dem Bier wäre. Klar, soll er vorbei kommen.

Das tut er auch gleich. Die paar Meter zwischen unseren Booten sind gleich überwunden. Bei dem Bier stellen wir fest, dass wir ziemlich ähnliche Ansichten haben, was sehr angenehm ist. Dazu haben wir ihn doch tatsächlich vor vier Jahren in Leixoes getroffen, wo er und sein Kumpel uns einen halben Thunfisch geschenkt haben. Schon haben wir ein super Gesprächsthema gefunden.

Der Abend wir lustig und wir verabreden uns gleich für den nächsten Abend, dieses Mal auf seinem Boot. Es gibt ja nichts spannederes als andere Boote angucken. Den ganzen Tag verbummeln wir, das Wetter ist auch alles andere als toll. Es hat immer noch 20 Knoten Wind draußen, gespickt mit Schauern. Da feuern wir den Ofen an und denken nicht mal dran, raus zu gehen.

Abends paddeln wir also zu Michael herüber. Er hat ein sehr spannendes Raumkonzept in seinem Boot verwirklicht, dass uns ein wenig an unsere Faith erinnert. Nur mit wesentlich mehr Fensterfront und aus Aluminium. Die Malu ist ein wunderschönes Boot und auch dieser Abend wir spannend und lustig.

Wir kommen langsam wieder an in dem Leben auf dem Wasser. Ein paar Tage vor uns ist Gary mit seinem Boot eingekrant und hat sich auch hier auf den Ankerplatz gelegt. Gary hat leider ein kleines bis riesiges Alkoholproblem. Daher hat er wohl nicht so genau aufgepasst, als er geankert hat. Bei dem starken Wind hat der Anker nicht gehalten und ist über die Sandbank getrieben. Beim nächsten Niedrigwasser legt sich das Boot deshalb auf die Seite. Das ist zwar nicht so witzig, aber das Boot schwimmt ja auch wieder auf bei der nächsten Flut. Man muss nur alle Bootsdurchlässe schließen.

Als das Boot schräg auf der Seite liegt, verlässt Gary sein Boot und war seither nicht mehr gesehen. Das war vor vier Tagen. Offenbar hat er die Durchlässe nicht geschlossen. So läuft das Boot leider über die Toilette oder die Spüle bei jeder Flut voll. Das arme Boot erinnert nun an die Costa Concordia, die bei jedem Hochwasser geflutet wird, bei jedem Niedrigwasser traurig da liegt. Policia maritima war auch schon mal da, aber bislang ist noch nichts passiert.

Das Boot ist bald, wenn nichts passiert, nur noch Sondermüll. Es muss etwas passieren. Aber wir wissen nicht, wie der aktuelle Stand der Dinge ist, hoffen aber, dass sich bald um das arme Boot gekümmert wird.

Das arme Boot richtet sich nicht mehr auf, sondern wird geflutet
Bei Niedrigwasser fällt es wieder trocken

Kategorien:Umbau

  1. wie traurig!

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