wo ist der gewohnte Alltag?

Nach der tendenziell unharmonischen Anreise vor einer Woche war der Plan wieder zügig in den Alltag zu finden. Was in diesem Fall bedeutet Bootrefit fortsetzten, laminieren, schleifen, umbauen.
Ein altes Zitat sagt ‚Weise wer einen Plan macht, weiser wer einen zweiten Plan macht‘ – irgendwie bin ich mir sicher dass der unbekannte Ersteller dieses Zitates kein Segelboot sein eigen nannte.
Mein Plan direkt wieder an meinen diversen Baustellen weiter zu arbeiten wurden auf nette Art und Weise, dafür mit beindruckender Konstanz, von unseren Freunden vor Ort terminiert.
Seit 7 Tagen bin ich wieder in Portimao und habe in dieser Zeit gerade mal 3x gekocht. Den ganzen Rest wurde ich eingeladen, mitgeschleppt oder bekocht. Wohl dem der solche Freunde hat!
Da Ursula in Deutschland geblieben ist scheinen unsere Freunde zu befürchten ich könnte an extremer Vereinsamung verenden, oder sie haben schlichtweg Angst ich könne verhungern.
Kein allzu abwegiger Gedanke nebenbei da bislang Ursula die Aufgabe übernommen hat die gekauften Vorräte zu verstauen. Das Gute an der Nahrungssuche ist dass man herausfindet was so alles an Bord ist.
So weiß ich nun dass und wo wir diverse Laptops aufbewahren, unzählige selbst gestrickte Mützen und eine Nähmaschine. Durchaus nützliche Erkenntisse auch wenn dies Ernährungstechnisch gesehen nicht im schmackhaften Bereich anzusiedeln ist.
Keine Sorge, dank eines ausgeprägten Jäger- und Sammlerinstinkts habe ich inzwischen alles gefunden was ich benötige und bereits angefangen die Küchenablagen Männergerecht umzuräumen.
Mir dünkt das wird noch Anlass für Diskussionen geben auch wenn ich hoffe das mein geplantes Totschlagargument ’sei froh das ich den Küchenhäcksler nicht mit einem 5PS Benzinmotor getunt habe‘ vermutlich auf wenig Gegenliebe stoßen wird.

Abgesehen von dem rudimentären Problem der Nahrungsbeschaffung verbringe ich die Zeit mit Resozialisierung.
Vergangenen Mittwoch krant ein Freund aus Kanada sein Boot ein und verlegt es in die Marina, es ist Leinenhilfe gefragt also biete ich Hilfe an – endlich mal wieder auf dem Wasser – wenn auch nur kurz.
Den Tag darauf kommen um 12h Freunde aus Hamburg die für eine Woche hier sind „kurz“ vorbei. Als sie Assai um ca. 18h verlassen ist an Arbeit auch nicht mehr zu denken.
Der folgende Tag spiele ich ein wenig Taxi. Wir holen für die Crew der Dolphin 300L Diesel von der Tankstelle. Mit Fritz von der Muffet fahren wir zu einem Schrottrecycler da er ca. 500kg Altalu und gut 3t Bleischrott hat den er gerne verkaufen will. Wir laden ein wenig von den verschiedenen Metallen ein und fahren den Händler an. Dem entgleisen die Gesichtszüge nur minimal als wir ihm erklären dass das was er im Kofferraum sieht nur Muster sind und wir in Gänze von knapp 4t reden. Daraufhin entschuldigt er sich mit dem Kommentar da müsse er erst mal seinen Chef anrufen.
Schlussendlich wird man sich einig und wir lassen die Muster bei dem Recycler und Fritz erhält den ersten Scheck für sein Material, viele weitere Touren werden folgen.
2 Touren zum Baumarkt später ist der Taxitag dann auch beendet und mal wieder lohnt es sich nicht großartig was anzufangen.
Zwischendurch werde ich von den Mahalas und den Dolphins zum Essen eingeladen bzw. treffe ich mich mit den Limbos und den Ingeborgs zum mexikanisch Essen in Lagos.
Auch heute passiert nicht allzuviel da ich Ruth und Peter in Faro vom Flughafen abholen werde.
gibt mir das die Möglichkeit Euch mal wieder ein kleines Update zu tippen.

Kategorien:Umbau

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